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EVE Online

…den Station Trader

Deine virtuelle Weltraumarmut kotzt mich an…

Ein unbekannter Bittervet

Offensichtlich war mein Timing für die Rückkehr nicht zu toppen – wenn man sich das Subreddit so anguckt, bin ich allerdings nicht der einzige, der in Zukunft am digitalen Hungertuch nagen muss – Scarcity in EVE an allen Ecken und Enden. Zu dem ganzen Thema hab ich noch keine wirkliche Meinung. Erstens schiesse ich nicht auf Asteroiden, zweitens kann ich die Auswirkungen auf das „große Ganze“ nicht wirklich einschätzen.

Aber meine Armut ist ein Fakt. Ich bin Space-Poor, mit nur ein paar Dutzend Millionen ISK auf meinem Konto. Dem muss schleunigst Abhilfe geschaffen werden, mit so wenig Aufwand wie möglich. Früher hab ich dann immer gehört „Buy low, sell high“ und ich war mir sicher, das das immer noch fuktioniert.

Die Idee ist simpel – ich benutze meine Buy-Orders, um halbwegs beliebte Items zu kaufen und verkaufe sie mit ab und an geupdateten Sell-Orders an die werte Kundschaft. Reiner Turbokapitalismus – ich produziere nichts selbst, ich mine nicht, ich transportiere nichts von A nach B, sondern ich schöpfe einfach Wert ab. Hat wohl irgendwas mit unsichtbaren Händen zu tun, aber was weiss ich schon, bin ja kein Magier. Mein faul in Jita sitzender Zweitcharakter hat also 100Mio ISK an Startkapital überwiesen bekommen, auf das es sich fruchtbar mehre.

Da ich weder intime Kenntnis von Märkten habe, noch über historische Daten verfüge, musste ich irgendwo Infos zu den zu handelnden Items bekommen. Ich wusste noch von früher, das es schlau ist, sich auf Loot-Items zu beschränken – also alles, was nicht von Spielern hergestellt, sondern von NPCs fallengelassen wird.

Die Hersteller konkurrieren nämlich untereinander und nähern sich über Zeit immer mehr den Herstellungskosten des Items an. Und, wichtiger noch, sie verkaufen meistens nicht an Buy-Orders, sondern benutzen ihre eigenen Sell-Orders. Soll heissen, es ist schwieriger, überhaupt erst einmal ein Inventar mit Marge zu bekommen, was man dann weiterverkaufen kann.

Also NPC Loot – dort bekommt man das Inventar von Spielern, die ihren Loot einfach nur schnell los werden wollen und deshalb „Immediate“ / „Sofort“ an die beste Buy-Oder verkaufen. Generell als Faustregel sind das irgendwie „benamte“ Items – „Arbalest“, „Corpum“, „Dark Blood“ oder „Caldari Navy“. Bevor ich aber mehr als 5 Mio ISK meines Startkapitals in einem einzigen Item versenkt habe, hab ich natürlich detaillierter recherchiert, wo es herkommt. Wenn nicht herstellbar – dann auf die Kandidatenliste.

Zweiter Check für die Kanditaten ist der Margin Finder von ADAM4EVE – ein fantastisches Tool, um die Items zu finden, bei denen die Spanne zwischen Buy und Sell gerade hübsch hoch ist. Wichtig dabei ist die Einstellung für Region – auf „The Forge“ setzen und nicht auf dem Default „Jita“ lassen – viele Käufer kaufen nicht direkt in Jita, sondern im einen Sprung entfernten Perimeter von einer Spielerstation aus – wenn man den Filter nicht ändern, werden diese in der Margenberechnung natürlich nicht mit berücksichtigt.

Dann brauchte ich die Tabelle nur noch nach „Spread%“ sortieren und mir die interessantesten Trades rauspicken. An der Stelle ist gesunder Menschenverstand wohl sehr hilfreich – wenn es zu gut aussieht, um wahr zu sein, ist es wahrscheinlich genau das. Also lieber nochmal einmal mehr recherchiert als auf Markt-PvP-Tricks hereinzufallen.

Damit hatte ich dann aber mein erstes Set von 20 oder so Items, mit denen ich loshandeln wollte. Der Bequemlichkeit halber hab ich mir diese im Spiel zur Market Quickbar hinzugefügt – klick auf das Item in der Quickbar öffnet die Marketdetails. Dann kurz checken, ob tatsächlich genug Platz zwischen dem höchsten Buy und dem niedrigsten Sell für meine Gier ist. Zweitens checken, wieviele pro Tag gehandelt werden – wenn die Items bei mir im Hangar liegen, hab ich ja nichts davon. Inventar is bad, hmkay?!

Und was soll ich sagen, es funktioniert noch – nach einer Woche mein eingesetztes Kapital verdoppelt und noch 50 Mio ISK in Items im Markt. Und das alles mit halbwegs wenig Aufwand – denn ist die Quickbar erstmal mit Kandidaten gefüllt, ist es „nur noch“ das Updaten der Orders. Ich hab mich dazu je nach Lust und Laune zwei bis drei mal pro Tag für unter fünf Minuten eingeloggt, hat gereicht…

…macht das Spass? Nicht wirklich, aber funktioniert ganz gut. Und meine alte Liebe Exploration geht halt nicht so nebenbei.

PS: Nein, das da oben ist NICHT mein Wallet!^^

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